• Slider

  1. 1

Gegen den Menschenhandel!

Moldawien, Rumänien, Ukraine.

Um die menschenunwürdigen Zustände zu minimieren, engagiert sich Licht im Osten für eine frühe Aufklärung zum Thema Menschenhandel in der Schule, Sensibilisierung auf politischer Ebene, Durchführung von Konferenzen und Verbreitung von Schriften.

Licht im Osten setzt einen starken Akzent auf die Prävention:

  • Prävention in aktiver Zusammenarbeit mit der Christlichen Polizeivereinigung in Moldawien, Rumänien und in der Ukraine.
  • Christliche Grossfamilien nehmen Heimkinder in ein geschütztes Zuhause auf. So haben sie eine bessere Chance für die Zukunft.
  • Ein Frauenhaus in Nordmoldawien ist im Aufbau, damit Frauen in Not ein Zuhause haben, wo sie Schutz finden.
  • Mit Krediten wird das Gewerbe gefördert und Arbeitsplätze geschafft.

Wir müssen alles daran setzen, dass die Betroffenen eine bessere Zukunft haben. Helfen Sie mit und spenden Sie online!

Rotlicht

Das EDA (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten) definiert Menschenhandel so: „Der Menschenhandel ist eine moderne Form der Sklaverei. Dabei werden Menschen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in der Prostitution, der Herstellung pornographischen Materials, aber auch für verschiedene Formen von Zwangsarbeit sowie für die Entnahme von Körperorganen angeworben, vermittelt oder angeboten.“

Es gibt nur Schätzungen von Zahlen über den Menschenhandel. Genaue Zahlen wird es nie geben, da die Anzahl der nicht-identifizierten Opfer (sogenannte Dunkelziffer) unbekannt bleibt. In der Schweiz geht man von 1500 bis 3000 Betroffenen aus.

Die Behörden nehmen das Problem ernst und im Strafgesetzbuch ist Menschenhandel umfassend definiert (Art. 182 StGB) «Wer als Anbieter, Vermittler oder Abnehmer mit einem Menschen Handel treibt zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung seiner Arbeitskraft oder zwecks Entnahme eines Körperorgans, wird mit Zuchthaus oder mit Gefängnis bestraft. Das Anwerben eines Menschen zu diesen Zwecken ist dem Handel gleichgestellt.»

Koffer

Foto: StopArmut Konferenz: Stand von Licht im Osten

 

Fakten zum Osten

Die Republik Moldawien ist 20 Jahre nach ihrer Unabhängigkeitserklärung das osteuropäische Land mit der grössten Abwanderung von Arbeitskräften ins Ausland und zugleich Herkunftsland vieler Opfer von Menschenhandel. Laut Schätzungen des nationalen Migrationsdienstes lebt derzeit etwa eine von 4,3 Mio. Moldawiern im Ausland. Die Ursachen sind eine hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven, und verführerische Medienberichte über das Leben in den westlichen Industriestaaten. Schätzungsweise arbeiten 53% der moldawischen Migranten illegal. Etwa 55% in Russland, 18% in Italien. Weitere Zielländer sind Griechenland, Portugal, Israel, die Türkei und die Ukraine. Eine legale Einreise ist wegen der restriktiven Einwanderungspolitik kaum möglich. Etwa 200 Agenturen ohne Lizenz bieten einen «sicheren» Grenzübertritt und Jobs für junge Mädchen und Frauen als Tänzerinnen, Bardamen oder Au-Pairs im Westen an. Die meisten landen jedoch in Bordellen, wo sie zur Prostitution gezwungen werden.

Trotz vieler Informationskampagnen über illegale Migration und Menschenhandel sind sich viele Leute dieser Gefahr nicht ausreichend bewusst. Zwar können Jugendliche aus Moldawien mit dem Begriff «Menschenhandel» etwas anfangen, jedoch scheinen sie sich davon nicht unmittelbar betroffen zu fühlen. Eine Umfrage unter 800 Jugendlichen im Alter von unter 20 Jahren im Norden Moldawiens ergab, dass 80% der Befragten im Ausland arbeiten möchten. Auf die Frage, ob sie wüssten, um welche Art von Jobs es sich handle, antworteten die Meisten: «Egal was, Hauptsache Geld verdienen.»

Frauenhandel

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass jährlich gegen 500’000 Frauen und Kinder aus Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa gehandelt werden. Über 10’000 Frauen «verschwinden» in Moldawien jährlich. Bei diesen Zahlen ist aber unsicher, ob und inwieweit zwischen freiwilliger Sexarbeitsmigration und Zwang unterschieden wird. Die «Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa» (OSZE) bestätigt die Tendenz, dass sich der Handel noch weiter ausbreitet. Dazu eine 47-jährige Anwerberin und sechsfache Mutter: «Mit den Mädchen arbeitete ich eine Zeit individuell, um Probleme mit dem Käufer zu vermeiden. Ich kaufte ihnen Kleider, kümmerte mich um die Papiere, bereitete sie für die Reise vor, und das alles von dem ausgeliehenen Kredit, den sie mir zurückzahlen mussten. Die Reisekosten wurden auch von diesem Geld gedeckt. Deshalb sammelte ich mehrere Mädchen, damit sie weniger bezahlen mussten. In der Türkei übergab ich die Mädchen dem türkischen Käufer. Für jedes Mädchen bekam ich 1’000-1’500$, je nachdem, wie es aussah.»

Kinderhandel

Immer mehr werden moldawische Kinder zum Zweck der sexuellen Ausbeutung oder zur Zwangsarbeit rekrutiert. Hauptzielländer sind Russland und die Ukraine. Nach inoffiziellen Angaben der Justiz- und Polizeibehörde werden jährlich etwa 5’000 Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren nach Russland gebracht und dort zu sexuellen Diensten gezwungen. Jungen werden häufiger für Zwangsarbeit rekrutiert, zum Beispiel um gefälschtes Gold in Russland zu verkaufen oder in der ukrainischen Landwirtschaft zu arbeiten.

 

Lesen Sie mehr zum neuen Projekt von Licht im Osten: Frauenhaus „The Hope“ in Moldawien für junge, schwangere Frauen.

shiftnavglaubenwecken