• Zukunft-ermöglichen

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Über 90 Jahre Licht im Osten

Seit der Gründung bringen Kriege, totalitäre Regime und Hungersnöte die Menschen immer wieder an die Grenze ihres Existenzminimums. Die Christen leben ihren Glauben unter harten Bedingungen. Licht im Osten will mithelfen, die materielle Not zu lindern, in Menschen den Glauben zu wecken und Zukunft zu ermöglichen – auch in schwierigen Lebensumständen.

Nach dem 1. Weltkrieg schlossen sich Missionskreise aus Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften zusammen, um das Evangelium unter den Völkern Russlands zu verbreiten. Unter deutscher und schweizerischer Beteiligung wurde im Jahre 1920 der Missionsbund Licht im Osten gegründet. Seither arbeitet das Missions- und Hilfswerk Licht im Osten Schweiz auf den Grundlagen der Evangelischen Allianz in den Ländern der heutigen GUS-Staaten (Ukraine, Weissrussland, Russland – insbesondere die Republiken Jakutien und Tatarstan –, Moldawien, Zentralasien) Rumänien, Polen, Tschechien, der Slowakei und Lettland.

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Friedrich Köhler

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Walter Jack

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Jakob Kroeker

Der Mitbegründer der Schweiz war Friedrich Köhler, ein deutschstämmiger Ukrainer, der mit zwanzig Jahren in die Schweiz nach St. Chrischona kam, um das nötige Rüstzeug für seine Tätigkeit in der heimatlichen Mennonitengemeinde zu tun. Auf den Rat seiner Mutter blieb er in der Schweiz. Eigentlich plante er 1905 eine Rückkehr, doch die Revolution verhinderte dies. Später wurde sein Elternhaus zerstört und die Gemeindeglieder in die Verbannung geschickt.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Köhler besuchte während des ersten Weltkrieges als schweizerischer neutraler Sekretär der Gefangenenhilfe unter Militärbegleitung Kriegsgefangene in deutschen Lagern. Seine russischen, deutschen und französischen Sprachkenntnisse kamen ihm dabei zu Hilfe. Eine Fürstin aus Lausanne finanzierte damals den Druck eines Neuen Testamentes in russischer Sprache. In diesen Lagern begegnete er den beiden deutschen Mitbegründern Walter Jack und Jakob Kroeker.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Köhler in die Chrischona-Gemeinde Winterthur-Seen versetzt. Hier entwickelte sich eine intensive humanitäre Tätigkeit. Während der grossen Hungersnot in den zwanziger Jahren in Russland verteilte er Flugblätter, die um materielle Hilfe für die Russen baten. Hunderte von grossen Kisten mit Hilfsgütern wurden gepackt und verliessen die Schweiz unter dem Patronat von Fridtjof Nansen, der als Oberkommissar des Völkerbundes die Heimkehr von Kriegsgefangenen aus Russland leitete.

Während des 2. Weltkriegs schlossen sich die Grenzen in die Sowjetunion. In dieser Zeit half Licht im Osten den deutschen Mitarbeitern mit Lebensmitteln.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg nahm Licht im Osten die Tätigkeit wieder auf. Verschiedenste Projekte humanitärer Hilfe, der Literaturarbeit und seit 1982 auch Radiosendungen in russischer und tschechischer Sprache wurden finanziell unterstützt.

1971 wurde Dr. Peter Haefelfinger bei Basel Präsident des Missionswerkes. Er trat das Präsidentenamt in einer Zeit an, in der die Situation in der Sowjetunion und in den Satellitenstaaten sehr schwierig war. Auf verschlungenen Wegen konnte aber immer wieder Hilfe geleistet werden, deren Resultate selten oder gar nicht sichtbar wurden. Es wurde im Vertrauen auf Gottes Hilfe gearbeitet.

Während Perestroika und Glasnost entstanden plötzlich neue Möglichkeiten und der Vorstand beschloss erstmals eine 50% Stelle für die Koordination der Vortragsdienste zu schaffen. Walter Bösch wurde als Koordinator der Vorträge eingestellt. Zuvor arbeitete er acht Jahre lang bei als Ehrenamtlicher mit. Walter Bösch war von 1988 bis 2008 Geschäftsführer.

Die 80er Jahre

Ende der 80er Jahre überstürzten sich die Ereignisse. Der eiserne Vorhang fiel und das Missions- und Hilfswerk hatte ganz neue Möglichkeiten der geistlichen und materiellen Hilfe.

Der Zerfall des Ostblocks anfangs der 90er Jahre brachte die Glaubensfreiheit, aber nicht die erwartete wirtschaftliche Wende. Arbeitslosigkeit bis zu 90% und ein wirtschaftliches Chaos sind die Realität, obwohl die Moderne in den Grossstädten eingezogen ist. Die Spuren von Tschernobyl sind in Weissrussland und der Ukraine unübersehbar. Die Menschen sind enttäuscht und entmutigt. Sie suchen – immer mehr auch Kinder und Jugendliche – Zuflucht im Alkohol und in den Drogen. Licht im Osten will mithelfen, die materielle Not zu lindern. Die Christen werden in ihrem Bestreben unterstützt, die Menschen auf den Glauben an Jesus Christus hinzuweisen, der Lebenssinn, Hoffnung und Zukunft gibt – auch in schwierigen Lebensumständen.

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