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Mein Kind wurde unter Schlamm begraben

Indonesien.

Vermutlich haben sich die Menschen auf die Warnsysteme verlassen. Doch die Warnung wurde nicht ausgelöst. So waren sie völlig unvorbereitet, als die drei Meter hohe Welle die Küste überrollte. Rund 2100 Menschen wurden bereits tot geborgen. Zehntausende haben alles verloren, was sie besassen.

Indonesien wurde anfangs Oktober 2018 von einem schweren Erdbeben erschüttert. Helfer fanden seit der Katastrophe 2113 Tote (Stand 28.10.2018). Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst. Mehr als 200’000 Menschen mussten ihre Heimatdörfer verlassen, 80’000 Menschen leben in Vertriebenencamps.

Die ursprüngliche Katastrophe war eine dreifache: Das Erdbeben brachte direkt Häuser zum Einsturz, verursachte aber auch den tödlichen Tsunami und gebietsweise ein Phänomen, das als „Bodenverflüssigung“ bezeichnet wird. Durch die Erschütterungen wird der Boden zu Schlamm und schluckt die Häuser regelrecht. Auch die Strassen bekommen dann nicht einfach Risse, sondern brechen regelrecht in Stücke. Am 21. Oktober 2018 kam es zudem zu heftigen Regenfällen mit Überschwemmungen in den betroffenen Gebieten.

„Es ist immer noch schwierig, Hilfsgüter in gewisse Gebiete zu bringen, da Strassen zerstört und verschüttet wurden.“

„Die Geschäfte sind geschlossen, die Menschen hungern. Auch die Kommunikationssysteme funktioniert kaum.“

Die Menschen kämpfen ums Überleben nach der Katastrophe. Pastor Abrahams schreibt uns aus Sulawesi: „In einigen Dörfern sind 90 Prozent der Bevölkerung ums Leben gekommen. Die Stromversorgung ist zusammengebrochen. Die Überlebenden brauchen Trinkwasser, Nahrung und medizinische Versorgung.“

Lebensmittel und Trinkwasser

Eine lokale Projektmanagerin vom Hoffnungsnetz schreibt: „Als wir nach Palu kamen, war alles wie tot. Die meisten Menschen waren verängstigt und traumatisiert. Als ich ihre Geschichten hörte und die Situation sah, realisierte ich, dass sie dringend Hilfe benötigten. Viele Menschen sahen keine Zukunft. Nun bin ich sehr glücklich, dass wir einigen von ihnen helfen können, wieder Fuss im Leben zu fassen. In der Zwischenzeit haben viele von ihnen wieder Hoffnung geschöpft. Ihre Dankbarkeit berührt mich täglich.“

5000 Einwohner der drei Dörfer Omu, Tuwa und Salua, zwei Fahrstunden ausserhalb von Palu City, wurden von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten und wussten nicht, ob sie am kommenden Tag noch genug zu Essen bekommen werden. Die meisten Häuser sind unbewohnbar, Kinder besuchen den Schulunterricht in provisorisch aufgestellten Zelten. Das lokale Team des Hoffnungsnetz ist seit Beginn im Katastrophengebiet aktiv. Lebensmittel werden verteilt und Schulmaterial für Kinder zur Verfügung gestellt, damit wenigstens der Schulalltag wieder einigermassen einkehren kann. Für die kommende Zeit sind weitere Hilfsaktionen geplant, u.a. die Instandstellung der Wasserversorgung und Bedachungen.

Wiederaufbau und Stärkung 

Nach der ersten Phase der Nothilfe unterstützt das Hoffnungsnetz auf die Stärkung der betroffenen Menschen. Rund 1900 Familien in sechs Dörfern erhalten Hilfe in den Bereichen Wasser und Hygiene, Bau von Unterkünften, Einkommenssicherung, Seelsorge und Katastrophenvorsorge.

  • Wasser und Hygiene: Hygieneschulungen, Latrinenbau, Wasserstellenreparatur
  • Wiederaufbau von Häusern: Weiterbildung für Maurer, der Schadensgrad der Häuser wird überprüft, der Grundbesitz für den Hausbau wird überprüft, Häuser werden neu gebaut.
  • Wiederherstellung der Existenzgrundlage: Trainings für neue Einkommensmöglichkeiten, Ersatz von Ausrüstung und Werkzeugen, Viehzucht, Rekapitalisierung von Kleinunternehmen, Cash for Work (Personen werden für Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten angestellt)
  • Zugang zur psychosozialen Unterstützung: Ausbildung/Betreuung von Seelsorgern und Pastoren, psychosoziale Unterstützung von Kindern
  • Verbesserung der Katastrophenvorsorge: Einrichtung eines Frühwarnsystems und eines Katastrophenschutzplans für sechs Dörfer
Bilder von HMK Schweiz

Neben der materiellen Hilfe ist es wichtig zu zeigen: „Ihr seid nicht allein“! Ein Projektleiter formuliert es so: „Unmittelbar nach der Katastrophe haben lokale Organisationen und Kirchen begonnen, den Opfern beizustehen. Es ist ermutigend, Teil eines starken Netzwerkes zu sein. Wir brauchen einander, um die Hilfe schnell dorthin zu bringen, wo sie dringend benötigt wird.“

Helfen Sie mit!

Für Fr. 75.-  spenden Sie einer Familie zwei Wochen lang Lebensmittel und Wasser.

Für Fr. 125.-. erhält eine Familie ein Set mit Decken, Schlafmatten und Kochutensilien.

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