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Spitex Bethesda: ehrenamtliche PflegeProjekt_Rot

Moldawien, Ukraine.

Licht im Osten initiiert, schult und betreut 58 Spitex-Teams (47 in UA, 11 in MD) und fördert die Teamleiterinnen. Über 330 ehrenamtliche Mitarbeitende in der Ukraine und Moldawien pflegen rund 950 Patienten zuhause.

Die staatlichen Behindertenorganisationen und Sozialämter haben meist nicht genügend Mittel zur Verfügung, um den benachteiligten, schwachen oder handicapierten Menschen zu helfen. Deshalb hat Licht im Osten die Spitex Bethesda ins Leben gerufen. Alte, kranke und einsame Menschen erhalten durch Spitexfrauen fachgerechte medizinische Pflege sowie geistige und praktische Hilfe in ihrer vertrauten Umgebung.

Praktische Schulung befähigt Frauen, Kranke professionell und liebevoll zu pflegen.

Das Schulungsteam aus der Schweiz

Fünf Pflegefachfrauen aus der Schweiz führen abwechselnd und ehrenamtlich Spitex-Schulungen für Teamleiterinnen und ehrenamtliche Pflegerinnen durch. Die Schulungen finden 2-3 mal jährlich in der Ukraine und Moldawien statt und bestehen aus 3 Modulen (von je 1-3 Tagen). Später bilden sich die Pflegenden an regionalen Weiterbildungstagen und innerhalb des eigenen Kolleginnnen-Netzwerks weiter. Pro Land wird die Bethesda-Arbeit durch eine Koordinatorin gefördert. Sie organisiert die Schulungen, vernetzt die Teams und ist Ansprechperson bei Fragen und Problemen.

Licht im Osten hilft in der Aufbauphase mit Fachwissen und Finanzen. Langfristig sollen sich die Spitex-Teams unabhängig entwickeln und in die lokale Kirchenarbeit integriert werden. Wir unterstützen die Teams mit medizinischen Geräten, Hilfsmitteln und Material.

Das Schulungsteam zu Besuch in der Ukraine

Wir besuchen Tolik und Swetlana*. Beide sind seit Jahren pensioniert. Tolik leidet an Blasenkrebs, Parkinson und Psoriasis (Schuppenflechte). Seine Ehefrau pflegt ihn liebevoll zuhause und investiert ihre ganze Kraft in die Pflege. Sie haben ausser den Bethesda-Schwestern und der christlichen Gemeinde keine weiteren Kontakte. Die Pflege ist intensiv, in Kiew leben sie erst seit zwei Jahren. Lena, die Bethesda-Leiterin, schildert uns vor dem Haus kurz die Situation. Swetlana erwartet uns schon sehnsüchtig, als wir eintreffen. Sie erzählt uns sogleich ihre Probleme mit ihrem „Patienten“: Tolik hat einen künstlichen Blasenausgang. Wegen der Parkinsonkrankheit ist er sehr eingeschränkt in seiner Mobilität. Wir sehen eine gut gepflegte, saubere, nicht gerötete Eingangsstelle des Blasenkatheters sowie Schuppenflechte am Bein. Für die Pflege braucht Swetlana Verbandsmaterial und Stomasäckli. Alles sehr teuer. Leider findet sie nirgends Medikamente gegen die Schuppenflechte. Der Blutdruck muss regelmässig gemessen werden. Swetlana hat ihn bisher nicht dokumentiert. Wir drücken Swetlana ein Formular in die Hand, Lena wird ihre Eintragungen regelmässig kontrollieren. Auch wenn Toliks Allgemeinzustand schlecht ist, gibt es Grund zur Freude: Er hat in dieser schwierigen Zeit zum Glauben an Gott gefunden.

Zu Besuch bei Lisa

Lisa* leidet an Gebärmutterhalskrebs, eine Zufallsdiagnose. Sie wollte in Italien arbeiten und ging zuvor zum Arzt. Ihre Pläne wurden von einer Minute zur anderen begraben. Mittlerweile hat sie vier starke Chemotherapien hinter sich. Die erst 40-Jährige ist sehr schwach und kann kaum alleine aufstehen. Mit letzter Kraft setzt sie sich mit uns an den Tisch und trinkt Tee. Sie erzählt uns, dass alle drei Brüder im Krieg kämpfen, ein Bruder ist gerade in der Rehabilitation. Ihre Mutter hat ebenfalls Krebs. Sie pflegt die Tochter selbst, solange das noch geht. Das Bethesda-Team ist in Bereitschaft, die Pflege ganz zu übernehmen, wenn sich ihre Situation verschlechtert. Wir verabschieden uns von Lisa und ihren Eltern mit der Hoffnung, dass die Familie ein Wunder erleben darf.

*Namen geändert

Projekt_Rot

Werden Sie Projektpate! Sie helfen damit, die Teams zu finanzieren und wichtiges Schulungs- wie auch Pflegematerial zugänglich zu machen. Sie erhalten zweimal jährlich einen aktuellen Bericht des Spitex-Projektes.

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