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Casa Paini: das Haus des Brotes

Rumänien.

Mit ca. 3500 Einwohnern ist das Romaviertel in Marasesti für seine morastigen Strassen, hohe Arbeitslosigkeit und viele Romakinder bekannt. Das „Casa Paini“ strahlt mittendrin wie eine sichere Festung. Rund 50 Kinder nehmen hier am Programm des Tageszentrums teil. Sie erhalten täglich ein warmes Mittagessen und werden bei ihren Hausaufgaben liebevoll betreut und gefördert.

62 Kinder im Tageszentrum 140 Schulsäcke aus der Schweiz

Das „Haus des Brotes“, so heisst es wörtlich übersetzt, bietet von Montag bis Freitag einen Mittagstisch und die Aufgabenhilfe an. Die Kinder sind in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen kommen morgens und die anderen am Nachmittag. Viktor, ein Mitarbeiter des Hauses, begleitet die Kinder täglich von der Schule ins Zentrum und zurück zur Schule. Zusammen gehen sie jeweils etwa 10 Minuten zu Fuss. Zwei Lehrerinnen helfen den Kindern bei ihren Hausaufgaben. Denn so machen die Kinder die Aufgaben sauber und regelmässig, und das wirkt sich positiv auf den Unterricht in der staatlichen Schule aus.

Wer Hunger hat, kann nicht gut lernen.

Titi Moise, Leiter des Casa Paini, berichtet über die ersten Erfahrungen:
„Am Anfang hatten viele Kinder keine Ahnung, was man mit einem Heft und einem Bleistift macht oder wie man ihn richtig hält. Aber auch das Händewaschen, regelmässige Mahlzeiten und verschiedene Speisen kannten sie nicht. Die Kinder waren laut und haben sich oft geschlagen und geprügelt. Inzwischen haben sie sich an den Ablauf gewöhnt und es geht viel ruhiger zu und her. Am Freitag haben die Schüler jeweils nicht viele Hausaufgaben. Dann erzählen wir ihnen eine biblische Geschichte und danach dürfen sie draussen spielen. Einmal pro Woche waschen wir die Kleider der Kinder. Einige erhalten auch Kleider von den Hilfsgütern aus der Schweiz. Wir waschen ihnen die Haare und schneiden ihre Nägel. Bei den Jungs bin ich sogar manchmal selber der Coiffeur. Alle vom Personal sind mit ganzem Herzen bei der Sache und arbeiten gut zusammen. Sie fühlen sich immer mehr wie eine grosse Familie.

Leider wollen nicht alle Eltern ihr Kind regelmässig ins Casa Paini schicken. Sie halten es nicht für nötig. Dafür kommen fast wöchentlich Eltern, um sich bei mir für die Betreuung der Kinder und die Mahlzeit zu bedanken. So haben sie bis am Abend einen vollen Bauch. Zuhause leben sie meist an der Armutsgrenze.“

Werden Sie Projektpate vom Casa Paini und ermöglichen Sie Romakindern Bildung, Geborgenheit und eine warme Mahlzeit. Als Projektpate erhalten Sie halbjährlich einen Bericht über die aktuellen Entwicklungen im Zentrum.

Anna, Köchin

„Viele Kinder erhalten morgens kein Frühstück, das Nachtessen besteht oft nur aus einem Stück Brot und billiger Salami. Die meisten Familien leben vom staatlichen Kindergeld, etwa 100 Euro
pro Kind im Monat. Das reicht nicht für gesunde Nahrung. Viele Familien leben in schwierigen hygienischen Verhältnissen, sie haben nicht die Möglichkeit richtig zu kochen. Darum ist es meiner
Kollegin und mir so wichtig, den Kindern einmal am Tag eine gute, nahrhafte Mahlzeit zu kochen. Wir haben etwa 10 verschiedene Menus. Ab und zu darf auch ein Stück Kuchen nicht fehlen. Unsere grösste Freude ist, wenn den Kindern das Essen geschmeckt hat und sie sich zufrieden und gesättigt an ihre Hausaufgaben setzen. Pizza und Kuchen sind der grosse Renner, da nehmen sie auch gerne eine zweite Portion. Sie sagen dann: «Das ist wie im Restaurant!» Dabei kennen sie Restaurants nur aus dem Fernsehen. Für uns ein grosses Kompliment!“

2017 konnten im Rahmen von Projekt Schule ermöglichen ca. 160 Kinder mit Schuluniformen, Schulsäcken und dem nötigen Schulmaterial versorgt werden. So kann dem Schulbesuch nicht mehr im Wege stehen – Schule wird möglich!

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