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Casa Walachen: Hilfe für die Ausgegrenzten

Ukraine.

2011 sind unsere Projektpartner Ioan und Gaby ihrer Berufung für den Dienst unter dem Minderheitsvolk Walachen gefolgt, das am Rande der ukrainischen Gesellschaft steht. Seitdem helfen Sie mit Wort und Tat und werden für andere zum Vorbild. Besonders die Kinder sind ihnen für ihre Liebe und Geduld dankbar.

100 Kinder eingeschult
200 Erwachsene und 100 Kinder im Gottesdienst

Die Walachen leben in der Ukraine, sprechen aber eine alte rumänische Sprache. Sie sind sehr arm und haben oft kinderreiche Familien. In Poroschkowo leben über 2000 Walachen, davon 1100 Kinder, tief unter dem Existenzminimum. In ihren einfachen Holzhäusern haben sie kein fliessendes Wasser oder sanitäre Anlagen. Ca. 90% der Erwachsenen sind Analphabeten und besuchten nie die Schule. Lebensmittel und Alkohol haben höhere Priorität als die Schulbildung der Kinder. Warum sollten sie gerade ihre Kinder in die staatliche Schule schicken? Dieser Notlage haben sich Ioan und Gaby angenommen. „Um hier zu dienen, braucht es wirklich eine klare Berufung“, sagt Ioan. Die Aktion Weihnachtspäckli, Winterhilfe und die Kindercamps im Sommer öffnen die Türen in die armen Häuser und ermöglichen ihnen, Beziehungen zu den Eltern und Kindern aufzubauen. In den vergangenen Jahren wuchs ihre Gemeinde kontinuierlich. 2011 waren es erst 25 Leute, heute sind es mehrere Hundert.

„Um hier zu dienen, braucht es wirklich eine klare Berufung.“

Wenn Ioan durch das Dorf fährt, springen die Kinder auf die Strasse und rufen: „Ioan, Ioan buna sivua“ (Guten Tag, Ioan!). Sie winken ihm überschwänglich zu. Sobald er anhält, scharen sich sogleich 20 bis 30 Kinder um ihn herum. Unsere Projektpartner sind im ganzen Dorf bekannt. Denn jedes Jahr schulen sie über 100 Kinder ein. Sie kaufen ihnen Kleider, Trainer, Schuhe und statten sie mit einem Schulsack aus der Schweiz aus – dank unserem Projekt Schule ermöglichen. Dank dieses Projektes haben die Patraschs das Vertrauen der Schulleitung gewonnen. Das ist sehr hilfreich für die weitere Zusammenarbeit mit dem neuen Tageszentrum. Wie in allen unseren Tageszentren werden die Schüler Aufgabenhilfe und täglich eine warme Mahlzeit erhalten. Die zweite Hälfte des Gebäudes ist für ein Hilfsgüterverteilzentrum.

Geschichte

2010. Ioan und Gabriela haben das Gefühl, dass Gott für sie Pläne im Walachendorf Poroschkowo hat. Sie zögern – aus Angst vor dem Ungewissen, vor dem Loslassen der jetzigen Wohnsituation
und der Kirchgemeinde. Sie warten ab in der Hoffnung, dass jemand anders gehen würde, was jedoch nicht geschieht. Im April 2011 folgen sie trotz Ungewissheit dem Ruf Gottes in das
arme Dorf in der Westukraine. In den letzten sechs Jahren haben Ioan und Gabriela die Menschen in Poroschkowo in ihre Herzen geschlossen und sich selbstlos für sie eingesetzt.

Hast du gewusst?

Licht im Osten lancierte vor Jahren das Projekt «Schule ermöglichen». Mit Fr. 100.– finanzieren unsere Spender die Vollausrüstung eines Erstklässlers: Schulthek, Schulbücher, Schreibzeug und Schulhefte, Sportsachen und je nach Land Schuluniform oder gut erhaltene Kleidung und Schuhe. Das Schulmaterial und die Schultheks kommen aus der Schweiz oder werden im Heimatland des Kindes eingekauft. Die Kleider kommen mit unseren Hilfsgütern, während die Schuluniformen in einer Näherei aus dem Projekt «Gewerbeförderung» angefertigt werden. Für bestimmte Regionen werden die Kinderschuhe von Rehabilitanden im Reha-Zentrum «Eliberare» in Moldawien hergestellt. Ab der 2. Klasse werden jeweils die fehlenden Schul- und Sportsachen, Kleider und Schuhe ersetzt. Neben den materiellen Spenden werden die Kinder und ihre Eltern von unseren lokalen Partnern während des Schuljahres begleitet.

Projekt mit Auswirkung

Eine sechsköpfige Familie wohnt in einem einzigen Zimmer in einer einfachen Walachen-Siedlung. Der Vater wuchs ohne Eltern auf und musste schon als Kind betteln. Seine Mutter wurde nach dem frühen Tod seines Vaters alkoholkrank und hat ihn als 10-Jährigen verstossen. Er wurde von einer Familie zur anderen weitergereicht. Dort arbeitete er für sein tägliches Brot. Worauf er heute stolz sein kann: Trotz schwerer Kindheit kann er lesen. Er arbeitet als Pastor in der lokalen Gemeinde und bringt so seine Familie über die Runden. Die Mutter hatte als Älteste von zehn Kindern nicht die Chance, zur Schule zu gehen. Sie ist Analphabetin. Ihr Vater musste für einen Teller Suppe sehr hart arbeiten, an Schule war gar nicht zu denken. Beide Eltern haben keinen Beruf erlernt, umso wichtiger ist es für sie, dass ihre Kinder eines Tages dazu die Chance bekommen. Sie sollen ein besseres Leben haben. Anja ist mit sieben Jahren die Zweitälteste in der Familie. Ihr Wunsch zu lernen ist gross. Sie will eines Tages Ärztin werden. Dank Licht im Osten kann sie nun mit einer tollen Schuluniform den Unterricht besuchen und im Tageszentrum zur Aufgabenhilfe.

Werden Sie Projektpate vom Casa Walachen und ermöglichen Sie Kindern aus armen Familien Bildung und Stabilität im Schulalltag. Als Projektpate erhalten Sie halbjährlich einen Bericht über die aktuellen Entwicklungen im Zentrum.

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